Die Katze ist das einzige vierbeinige Tier, das dem Menschen eingeredet hat, er müsse es erhalten, es brauche aber daführ nichts zu tun. (Kurt Tucholsky)

Seit meinem 7. Lebensjahr bin ich von Katzen umgeben. Ein Leben ohne Katzen ist für mich kaum vorstellbar. Diese kleinen Samtpfoten können zwar manchmal ziemlich nerven, aber wenn sie sich dann am Abend beim gemütlichen Fernsehen an Dich kuscheln und Dir schnurrend zeigen wie wohl sie sich bei Dir fühlen, ist der ganze Ärger schnell vergessen.

Wir leben mit zwei Katzen zusammen. Mucki und Baghira:

Mucki lebt nun schon seit meinem 12. Lebensjahr bei mir. Die Geschichte wie sie zu uns kam wird mir immer in Erinnerung bleiben:

Wir waren zum Mittagessen bei meiner Oma eingeladen. Während mein Vater, getreu nach dem Motto "Nach dem Essen sollst du ruh'n" ein Mittagsschläfchen hielt, spazierten meine Mutter und ich zu meiner Tante die ca. 100 m entfernt wohnt.
Dort angekommen überraschte mich meine Tante mit einem Korb voller Kätzchen. Sie wusste wie verrückt ich schon immer nach Katzen war. Ganz begeistert davon setzte ich mich zu den Kätzchen auf den Boden und spielte mit ihnen. Gänzlich die Zeit vergessen, meinte meine Mutter irgendwann, dass es nun Zeit wäre wieder zurück zu gehen. Ich konnte mich aber einfach nicht von den kleinen Kätzchen trennen, das ging einfach nicht. Besonders von einem nicht - von Klein-Mucki.



Ich wollte so gerne Mucki mitnehmen, doch meine Tante sagte, dass die Kätzchen schon reserviert seien. Mucki sollte zu einem Gasthof, der gleich neben einer stark befahrenen Strasse lag.
Meine Mutter nahm Mucki hoch und sah sich das kleine Kätzchen genauer an. Als sie Mucki in die Augen schaute, war es ebenfalls um sie geschehen. Für sie stand fest: Mucki kommt mit uns. Sie überredete meine Tante uns das Kätzchen zu überlassen und bezahlte ihr auch 100 Schilling (ca. 7 Euro). Meine Tante war einverstanden und nahm das Geld. Auf dem Rückweg zu meiner Oma überlegten wir, wie wir das jetzt am besten meinem Vater beibringen sollten. Wir beschlossen Mucki im Korb zu verstecken und ihm erst im Auto von ihr zu erzählen. Als wir wieder bei meiner Oma waren, drängte mein Vater zur Heimfahrt was uns nur recht war. Kaum los gefahren, fing Mucki an leise zu maunzen. Leicht irritiert schaute mein Vater über den Rückspiegel in mein schuldbewusstes Gesicht. Dann fragte er meine Mutter ob er jetzt tatsächlich ein Maunzen gehört hatte. Da Mucki nochmal maunzte konnten wir das schlecht abstreiten. Anfänglich war er doch sehr sauer auf uns, was ich mittlerweile verstehen kann. Wir haben ihm auf der ganzen Heimfahrt geschildert, wie es dazu kam, dass wir um eine Katze reicher wurden und als er sie dann auch noch selbst zuhause auf dem Arm hatte, war der ganze Ärger verflogen - Mucki hatt sich auch in sein Herz geschlichen.



Seit der Scheidung meiner Eltern und meinem Auszug aus dem Elternhaus lebt Mucki bei mir. Nach anfänglicher Schüchternheit fühlte sie sich schnell in ihrer neuen Umgebung zuhause. Ich hoffe das ich mit Mucki noch viele schöne Jahre erleben kann.





Baghira lebt erst seit ca. 2 Jahren bei uns.
Auch seine Geschichte möcht ich Dir kurz erzählen:

Früher stellte ich immer das übrig gebliebene Futter von Mucki auf die Terrasse da ich es nicht weg werfen wollte - heute stelle ich kein Katzenfutter mehr raus, ich habe daraus gelernt und weiss jetzt, dass man das nicht machen sollte.
Eines Abends sah ich einen schwarzen Kater im Garten. Er war so scheu! Kaum sah er mich, versteckte er sich im Schutz der Hecke, erst nach einigen Tagen der Annäherung konnte man ihn streicheln.
Als er dann immer öfter vorbei kam dachten wir, er wäre vielleicht von seinem Zuhause davon gelaufen. Also haben wir Zettel in Henndorf verteilt. Allerdings hat sich nie jemand gemeldet, also war es für uns schon fix das Baghira wohl bei uns bleiben wird.


Einige Wochen später, kam Baghira auf einmal mit einem Halsband an. Einerseits war ich zutiefst geschockt und andererseits ziemlich wütend. Konnte es wirklich sein, dass jemand einfach einem fremden Kater ein Halsband umlegt?
An die Möglichkeit, dass er doch noch ein Zuhause haben könnte, hab ich nicht gedacht.


Nachdem wir das Halsband genauer ansahen entdeckten wir einen Strassennamen und den Namen "Baghira". Kurz in der Strassenkarte nachgeschlagen, sahen wir, dass es gleich bei uns ums Eck ist. Wir dachten nicht lange nach und marschierten zu der Strasse. An der richtigen Haustür angekommen, klingelten wir.
Mein Herz klopfte wie wild und meine Gedanken überschlugen sich - wie sehen diese Leute aus, was werden sie sagen, wie werden sie reagieren,... Doch leider warteten wir umsonst, es war niemand zuhause.

Nach einiger Zeit kam ein Nachbar aus seinem Haus und bot uns an, seinem Nachbar unsere Telefonnummer und Namen zu geben.
Obwohl ich enttäuscht war, hat mich das Angebot gefreut. Also machten wir uns wieder auf den Heimweg - in gespannter Erwartung auf den Anruf.

Am späten Nachmittag klingelte endlich das Handy! Ganz nervös sass ich auf der Couch während mein Freund telefonierte. Bei dem Telefonat stellte sich herraus, dass Baghira seit klein auf bei ihnen lebte. Auch hätten sie Baghira nicht vermisst, da er jeden Abend zuhause vorbei kam.
Wir vereinbarten, dass wir es am besten so belassen wie es ist. Immerhin suche sich Baghira sowieso sein Zuhause selbst aus.

So ging es einige Monate weiter, bis erneut das Handy klingelte. Wir erfuhren, dass Baghira sich bei den anderen gar nicht mehr blicken liess, während er aber täglich bei uns zuhause war.

Somit hat sich Baghira wohl für ein Zuhause entschieden...


Weitere Bilder von Baghira und Mucki findest Du in der Rubrik Fotos/Tiere/Katzen


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